Zeit, Kapazität und Fokus

Du hattest sicher schon mal ein Ziel oder einen Neujahrsvorsatz, den du über kurz oder lang wieder verworfen hast. Ja, auch ich kenne das zu gut.

Wenn du festgestellt hast, dass dein Ziel nicht mit deiner Vision übereinstimmt, ist es gut und recht, dass du es verwirfst, aber meist liegt es an einem dieser drei Punkte, dass wir unsere Ziele nicht erreichen.

Oft wollen wir, wenn wir etwas in unseren Leben anpacken möchten, nicht nur eines ändern, sondern am besten immer gleich alles. Jedoch besitzen wir nur eine begrenzte Energie und Zeit, um uns unseren möglichen Projekten und Zielen zu widmen. Wenn wir alles gleichzeitig wollen, werden wir nichts zu Ende bringen. Wir überfordern uns extrem und haben bald keine Lust mehr, etwas von Neuem zu beginnen (siehe auch Kapitel „Angst vor Überforderung“).

ZEIT

Deine Ressource Zeit ist begrenzt und alles in deinem Leben verlangt nach diesem kostbaren Gut. Du gehst in die Arbeit, Essen, Einkaufen, Duschen, Haushalt, eventuell hast du noch Kinder, einen Partner und Freunde. Hobbies, die zum Entspannen da sind, und auch natürlich Netflix und am Handy surfen.

Ich möchte es dir anhand eines normalen Beispiels zeigen:

168h / für die gesamte Woche

49h / Schlaf (7 Stunden pro Tag)

45h / Arbeit (40 Stunden + eine Stunde Hin und Rückweg)

10h / Einkauf und Haushalt

Da bleiben noch genau 64 Stunden übrig, die nun für Freizeit, Hobbies, Freunde, Partner und Co. verwendet werden.

Entweder denkst du jetzt: „Ja, kein Wunder, dass man da nichts mehr schaffen kann.“ und siehst es als Ausrede, nicht zu starten, oder du erkennst deine Möglichkeiten und denkst dir „64 Stunden sind genug, um alles zu erreichen, was ich will.“

KAPAZITÄT

Deine Energie, die du über den Tag verteilt hast und auch der Stress, den du Tag für Tag aushalten kannst, ist begrenzt. Wenn du allerdings am Anfang voller Tatendrang bist, wirst du dich schnell überschätzen, was du leisten kannst. So ging es mir und jedem, den ich kannte. Es ist etwas, was du ausprobieren musst. Du musst selbst erfahren, wo deine Grenzen sind und wie weit du gehen kannst.

Vielleicht fällt es dir leicht oder aber es kostet dich große Überwindung, mit einem Projekt zu starten.

Selbst, wenn du nun 64 Stunden in der Woche übrig hast, wirst du nicht die ganzen 64 Stunden damit verbringen können, Sport zu machen, ein Buch zu schreiben und drei Videos am Tag für YouTube aufzunehmen. Du wirst dich überanstrengen und auch dies hat seinen Preis.

Ich beging genau diesen Fehler. Zwei Wochen lang betrieb ich das so und war danach extremst erschöpft. Ich musste mich eine Woche lang ausruhen und kompensieren. Auch das erneute Beginnen der Projekte fiel mir danach umso schwerer.

Jetzt gestalte ich meine Tage anders. Ich plane realistische Mengen an Arbeit ein. Zum Beispiel eine Stunde Sport, eine Stunde Buch schreiben und eine Stunde für meinen YouTube-Channel an Arbeitstagen und an freien Tagen entsprechend mehr, aber mit genügend Pausen zwischen den Arbeitsblöcken.

Dieses Prinzip hindert mich daran, mich zu überarbeiten und meine Kapazität zu überschreiten. Aber das Tollste daran ist: mit der Zeit werden die Aufgaben leichter und verbrauchen weniger Energie.

Heißt, man schafft seine täglichen Aufgaben schneller und ist danach nicht einmal erschöpft.

FOKUS

Im normalen Arbeitsalltag hört man oft die Worte „Das hat Fokus!“ oder auch „Das hat Prio!“.

Das Problem an der Arbeit?

Alles hat Fokus. Alles ist wichtig und alles muss gleichzeitig fertig werden.

Fokus bedeutet aber, das Augenmerk auf eine ganz bestimmte Sache zu legen. Sich auf ein Ziel oder Projekt zu konzentrieren und seine Energie und Zeit nur diesem einen Vorhaben zuzuwenden.

Wenn du also einen großen Familien- und Freundeskreis, viele Hobbies, Projekte und Ziele hast, dann überleg dir, was dir jetzt wichtiger ist.

Auf welche Bereiche legst du den Fokus? Was kann hinten anstehen? Vielleicht kannst du den Haushalt schneller oder vielleicht nur an zwei Tagen in der Woche machen? Oder gibt es sogar überflüssige Sachen, die du nur noch zur Gewohnheit machst?

Überprüfe kritisch und realistisch, was deinen Fokus wirklich verdient hat. Vom stundenlangen Aufräumen und Putzen ist noch kein Mensch erfolgreich geworden.

Es wird dir sicher schwer fallen, bestimmte Sachen sein zu lassen, da man eben gerne an diesen alten Gewohnheiten festhält. Bei mir war es so, dass ich nur ungern alte Projekte auch wirklich sein ließ. Immer wieder kamen sie auf und ich redete mir selbst ein, es doch nochmal probieren zu müssen.

Wenn du dich allerdings bewusst entscheidest, auf was du verzichten kannst, ist es sehr erleichternd für dich, deine Psyche und auch für deine Ressourcen. Dein Kopf muss sich nicht mehr mit allem herumschlagen.

Welche Tätigkeiten kannst du schneller erledigen? Was kannst du ganz sein lassen?

Können andere Menschen (am besten Experten) dir bei deinen Vorhaben helfen?