Erkennst du eine Blockade, wenn du auf eine triffst?

Nein, ich meine damit keine Absperrungen auf der Straße, sondern in deinem Kopf. Blockaden sind auftauchende Denkmuster zu bestimmten Situationen, die entweder versuchen, dass du dich richtig fühlst, wie du bist, oder dass du nicht geschädigt wirst. Egal ob körperlich, psychisch oder sozial.

Diese Blockaden äußern sich oft als Glaubenssätze, die durch alte Erlebnisse oder dein Umfeld geprägt worden sind.

Wenn du dir zum Beispiel überlegst, mit dem Sport anzufangen, könnten folgende Blockaden bzw. Glaubenssätze auf dich zukommen:

„Ich war noch nie sportlich.“ „Was, wenn andere mich auslachen?“ „Sport ist Mord.“ „Das ist mir zu anstrengend.“ „Dafür hab ich nicht auch noch Zeit – ich muss doch noch xxx erledigen.“

So ging es mir früher. Vielleicht fühlst du dich auch erwischt?

Das Einzige, das diese Denkweise bei dir auslösen wird, ist, dass du nicht ins Handeln kommen wirst und anfängst, diese Blockaden zu glauben. Jedes Mal, wenn du nach ihnen handelst, werden sie verstärkt und werden mehr und mehr zu dir selbst.

Ja Mist! Und jetzt ist alles in Stein gemeißelt, oder wie?

Nein, zum Glück nicht! Du musst verstehen, dass du allerdings Glaubenssätze nicht einfach aus deinem Kopf löschen kannst. Das Einzige, was wirksam funktioniert, ist, alte Denkmuster durch neue Affirmationen zu ersetzen.

Statt dass du jetzt anfängst zu denken: „Ich war noch nie sportlich.“ Unterbrichst du dich selbst und sagst stattdessen: „Ich liebe Sport, weil er mich fit und sexy macht!“

Hört sich doch schon viel besser an, oder?

Mit diesem einfachen Trick kannst du anfangen, dich Schritt für Schritt selbst zu erziehen und deine alten Programmierungen auszutauschen. Wie du dir sicher schon denkst, geht das natürlich nicht von jetzt auf gleich, sondern bedarf an täglichem Arbeiten an dir selbst.

Ganz heimtückisch sind auch sogenannte Doppelblockaden. Diese Art der Blockade versteckt deine wahre Blockade hinter einem Scheinstatus, wie sie uns aus dem Kapitel „Der leichte Weg“ bekannt ist. Oft erkennt man sie daran, dass man Sätze von sich gibt wie „ich brauch’ das für mich nicht.“, „ich bin gut wie ich bin.“. Wenn du erstmal den wahren Grund für diese Glaubenssätze gefunden hast, kannst du auch an ihnen arbeiten.

Tiefsitzende Blockaden wirken meist auf eine der fünf Grundängste, die ich dir jetzt genauer erläutere. Wann immer dich etwas blockiert, halte inne und frag dich, woher es kommt und welche Konsequenzen es für dein Leben hat.

DIE ANGST VOR ABLEHNUNG

Die erste der fünf Grundängste ist die Angst vor der Ablehnung.

Wir wollen von Grund auf vor anderen richtig sein, denn auf Dauer würden wir diese Dissonanz nicht in unserer Psyche aushalten.

Aber woher stammt diese Angst?

Die Ablehnung der eigene Art.

Die erste Ursprung ist die Art der Ablehnung, die den meisten Menschen widerfährt. Es ist die Ablehnung für die eigene Art. Wir kennen es auch als Schamgefühl.

Einige Menschen fühlen sich dauerhaft falsch, weil sie nicht der (in ihrem eigenen Kopf entstandenen) Idealnorm entsprechen.

Große Ohren, Haarausfall, Geheimratsecken, eine krumme Nase, kleine Brüste, große Brüste, die eigene Stimme und noch vieles mehr. Wir schaffen es, dass wir uns für alles Mögliche schämen. Meist reicht es aus, dass uns jemand merkwürdig ansieht oder etwas zu unserer Person kommentiert, damit wir uns komplett hinterfragen und unsicher werden.

Wir fangen also an, uns dafür falsch zu fühlen, wie wir sind.

Die Ablehnung der eigenen Meinung.

Der zweite Ursprung ist die Ablehnung gegen die eigene Meinung, die wir äußern. Wir haben Angst davor, wie andere Menschen darauf reagieren und dass sie uns dafür ablehnen könnten. Wir werden abgestraft, wenn wir unsere Bedürfnisse, Werte, Meinung oder Ziele kundtun und werden wieder von anderen als falsch hingestellt.

Die Auswirkungen dieser Ablehnung kann so weit gehen, dass wir anfangen, uns zurückzuziehen oder nur noch über oberflächliche Themen zu reden, bei denen wir nicht anecken können.

Aber auch die Angst davor, Konflikte mit anderen einzugehen und den möglichen Konsequenzen, die daraus entstehen, ist oft präsent. In unserem Kopf entstehen somit mögliche Realitäten, die immer extrem übertrieben sind und so nie zustande kommen würden. Unsere Psyche macht das gerne, um uns in falscher Sicherheit zu halten.

Die tiefste Form aus unserer Kindheit

Der dritte Ursprung entstand in unserer Kindheit. Wir wurden regelrecht darauf erzogen, immer schön brav zu bleiben, damit die Eltern weniger Arbeit mit uns haben. Damit dies funktioniert, wurde man oft als falsch hingestellt (jetzt ist das Kind wieder so laut) und der Teufelskreis fing an, sich zu drehen. Wir wurden für alles Mögliche kritisiert. Für das viele Nachfragen, wie wir aussehen, wie wir uns verhalten oder auch für unsere Meinung, die natürlich in diesem Alter nicht „perfekt“ ist.

Nach und nach fangen wir an, uns zu verstellen und machen alles anders, nur um wieder richtig zu sein. So wie die Eltern uns eben haben wollen. Brav, nett und funktionierend.

In dieser Phase unserer Entwicklung entstanden auch viele unserer negativen Glaubenssätze. Egal, ob aktiv in uns hineingetrichtert oder weil wir sie bei unserem Umfeld abgeguckt haben.

Oft passiert das nicht, weil unsere Eltern es böse mit uns meinen, sondern einfach, weil es ihnen nicht bewusst ist, welche Auswirkungen es hat oder sie auch keine anderen Möglichkeiten kennen. Sie sind mit der Situation überfordert und wollen die Kontrolle über uns behalten.

Sicher fragst du dich, wie du dich von diesem alten Schrott verabschieden kannst.

Mit zwei Schritten kannst du dich nach und nach aus dieser Angst befreien.

Die Ablehnung verstehen

Zuerst musst du verstehen, warum wir so ticken. Grundsätzlich will sich jeder von uns richtig fühlen. Aber warum wollen wir das?

Wenn wir uns nicht richtig fühlen, spüren wir einen Druck, der uns sagt, dass wir etwas ändern müssen, damit wir uns wieder der Gruppe angleichen. Früher war es (wie bereits bei der Minderwertigkeit erwähnt) ein Schutzmechanismus unserer Psyche, damit wir unser Überleben sicherten. Heute hilft uns dieses Gefühl nur noch dabei, dass wir uns leichter in Gemeinschaften integrieren können.

Dieses Richtig-Fühlen ist auch das Problem, warum viele Menschen sich nicht selbst hinterfragen können oder wollen. Es ist so stark in uns verankert, dass jedes In-Sich-Gehen das eigene Bild ins Schwanken bringen können. Manchmal hört man dann solche Ausreden wie „Ich steh zu mir selbst.“, „ich bin authentisch.“, oder das Gefühl, dass man sich selbst verraten würde.

Der zweite Grund, warum uns andere Menschen mit Ablehnung begegnen, ist, dass sie uns führen wollen. In jeder Gemeinschaft gibt es eine Hierarchie. Es ist hierbei egal, ob in der Schule, im Beruf, in der Partnerschaft, in der Familie oder auch im Freundeskreis. In jeder Gesellschaft versuchen starke Persönlichkeiten die anderen Menschen für sich einzusetzen und im Rang zu steigen. Ein beliebtes Mittel hierbei ist es, andere in ihrem Rang zu senken. Dies funktioniert hervorragend mit Erniedrigungen.

Ein weiterer Grund dafür, dass uns andere Menschen führen wollen, ist die Kontrolle, die sie über uns erlangen. Sie fangen an, uns zu erziehen, damit wir leichter zu kontrollieren sind. Sobald du versuchst, aus diesem Muster auszubrechen, werden sie einiges dafür geben, um dich wieder brav und gefügig zu machen. Sei es mit Erpressung, Demütigung oder auch mit dem beliebten Schmollen.

Die Macht entziehen

Jedem Menschen, dem du erlaubst, über dich zu urteilen, dir Ratschläge (ich meine es doch nur gut mit dir) zu geben oder zu sagen, wie du dein Leben zu leben hast, gibst du selbst die Erlaubnis, dich zu erziehen.

Jedes Mal, wenn du anderen Menschen das Recht gibst, dich zu erziehen, bedeutet es auch, dass du dich selbst ablehnst. Du siehst die anderen Menschen über dir und ihre Meinung ist dir wichtiger als deine eigene. Du lebst das Leben, das sie für dich bereithalten.

Da du nun verstanden hast, warum dich Menschen führen und erziehen wollen und mit welchen Mitteln sie es machen, ist es an der Zeit, ihnen diese Macht wegzunehmen.

Am einfachsten funktioniert es, wenn du eine Abneigung dagegen aufbaust. Ein Gefühl, das dich angreift, sobald dir jemand sagt, wie du zu leben hast. Du bist erwachsen und solltest dich nur von Menschen belehren lassen, die du entweder selbst nach einem Ratschlag gefragt hast, oder von den Menschen, die wirklich die Resultate haben, die du selbst willst. Oder würdest du auf die Idee kommen, einen Bettler zu fragen, wie man sein Leben auf die Reihe kriegt?

Ich selbst habe mir diese Abneigung mit der einfachen Affirmation aufgebaut: „Du hast mir nichts zu sagen!“

Das bedeutet jetzt nicht, dass du das jeder Person entgegen brüllst, aber du kannst anfangen, dich gegen andere mental zu wappnen, indem du es dir in solchen Momenten laut und stark innerlich vorsagst. Unterbrich jeden deiner negativen Gedanken mit dieser Affirmation und behalte im Hinterkopf, was dein Gegenüber gerade mit dir macht und was es damit bezwecken will.

Manche Menschen werfen mit ihrem falschen Halbwissen und ihren Glaubenssätzen um sich, als wäre es die ultimative Wahrheit. „Über Geld spricht man nicht.“ „Nimm dir nicht soviel raus! Denkst du, du bist besser als ich?“. Oder sie trauen es sich nicht zu, bestimmte Ziele selbst zu erreichen und reden es dir deswegen schlecht.

„Warum willst du denn abnehmen?“ „Und was willst du mit nem Sixpack? Mädels flachlegen?“

„Ich glaube nicht, dass jeder ein Buch schreiben sollte!“

All diese Sätze sind einzig und allein dazu da, dass du deine Ziele verwirfst und du auf ihrem Level bleibst. Es sind ihre Grenzen und Ausreden, mit denen sie um sich werfen. Nicht die deinen. Gib ihnen nicht diese Genugtuung.

Wenn du dich noch nicht traust, dich gegen andere durchzusetzen, kannst du dich selbst mal fragen, wie Menschen auf dich wirken, die selbstbewusst ihr eigenes Ding durchziehen.

Denkst du schlecht von ihnen? Oder schaust du zu ihnen auf?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du das eine oder andere Mal neidisch auf sie bist. Menschen, die ihre Ziele selbstverständlich verfolgen, wirken auf uns souverän, groß, stark und sehr selbstbewusst. Sie lassen sich nicht einreden, was richtig und falsch ist.

Meinst du, andere Menschen würden nicht das Gleiche von dir denken, wenn du endlich deine eigene Meinung vertrittst? Sobald du die erste Gegenwehr deiner Mitmenschen überwunden hast, wirst auch du souverän dastehen.

Gib dir die Erlaubnis, dich selbst zu erziehen und das Leben zu leben, das du willst. Und nicht das der anderen.

DIE ANGST ZU VERSAGEN

Wenn du etwas planst (sei es ein Projekt oder ein Ziel, das du dir setzt) hast du bereits ein Bild im Kopf, wie das Ergebnis aussehen soll.

Du verknüpfst dieses Ziel mit den idealen Vorstellungen deiner Fähigkeiten und siehst das strahlende Resultat vor deinen Augen.

Sobald du jedoch anfängst, macht sich ein mulmiges Gefühl in dir breit. Du hast Angst, dass dein Ziel nicht gelingen könnte, die anderen dich dafür verurteilen und ablehnen. Auch die Erkenntnis, eingestehen zu müssen, dass deine Fähigkeiten nicht so gut sind, wie du von dir selbst erst gedacht hast, bereitet dir großes Kopfzerbrechen und Stress.

Im Endeffekt führen diese Situationen dazu, dass du Angst hast, was andere von dir denken (Angst vor Ablehnung) oder du dich selbst nicht enttäuschen willst (schmerzhafte Erfahrung). Somit fängst du lieber gar nicht erst an, an dir und deinen Zielen zu arbeiten. Zum Glück gibt es einfache Methoden, um diesen Schritt umgehen zu können.

Der Aufbau von unterstützenden Fähigkeiten

Um diese Angst zu besiegen, hilft es dir, unterstützende Fähigkeiten zu finden und aufzubauen. Die Angst vor dem Versagen wird immer kleiner und auch die vorherrschende Angst, dass du es nicht schaffen kannst, wird sich nicht bewahrheiten.

Wenn du zum Beispiel auf YouTube gehen willst, hilft es dir extrem, dir folgende Fähigkeiten anzueignen:

Kommunikation, Struktur für Videos erstellen, technisches Verständnis für die Kamera und den Ton, das Bedienen des Schnittprogramms, YouTube selbst…

Überlege dir, welche Fähigkeiten und Kenntnisse dir bei deinem Ziel helfen. Mit jeder dieser Fähigkeiten wird die Angst kleiner und kleiner. Übe solange, bis es dir schlussendlich machbar erscheint und du die ersten Schritte ohne Zweifel angehen kannst.

Die Erfahrungen in unterstützenden Bereichen

Sobald du nun anfängst, an diesem Projekt zu arbeiten, wirst du erkennen, wo weitere Baustellen sind. Welche Fähigkeiten und Kenntnisse dir weiterhelfen werden, besser zu werden.

Mit der Zeit wirst du immer erfahrener und selbstbewusster. Mit der Übung und der Anwendung hörst du auf, dir über jeden der Schritte den Kopf zu zerbrechen, und die Sache geht langsam in Fleisch und Blut über.

Oder musst du dir noch Gedanken darüber machen, wie du Fahrrad fährst?

Am Anfang, als du es gelernt hast, war es eine ziemlich wackelige Angelegenheit. Deine Eltern mussten dir dabei helfen und du bist sicher auch das eine oder andere Mal gestürzt. Nach einiger Zeit des Übens war dir diese Fähigkeit nicht mehr fremd und heute kannst du sie abrufen, wann immer du willst. Du hast keine Angst mehr davor, denn es ist keine dir unbekannte Situation mehr.

Genauso verhält es sich mit allen Dingen, die wir durchziehen. Sachen erscheinen uns nur gefährlich, solange wir keine Erfahrung damit haben. Wenn wir jedoch nicht ins Handeln kommen, werden wir auch nie unsere eigenen Erfahrungen machen. Du musst jeden Tag nur einen Schritt gehen, um am Ende anzukommen.

Die Konsequenz dieser Angst

Viele Menschen fangen aufgrund dieser Angst niemals an zu handeln oder an sich und ihren Fähigkeiten zu arbeiten. Stattdessen kompensieren sie ihren Stress und reden ihre jetzige Situation wieder gut, damit sie sich richtig fühlen. Der schlechte Job sieht auf einmal nicht mehr so schlimm aus. Viel besser, als kurzzeitig die Angst zu überwinden.

Wer in dieser Angst stecken bleibt, wird nichts in seinem Leben umsetzen oder eigene Projekte starten können. Diese tiefsitzende Angst ist ein großes Hindernis (das du aber leicht bewältigen kannst), wenn du planst, selbstständig und unabhängig zu werden.

DIE ANGST VOR ÜBERFORDERUNG

Diese Angst entsteht oft erst, wenn du dich schon einmal überfordert hast. Eine Crashdiät, die viel zu hart war. Sporteinheiten, die dich verletzt haben. Der Versuch, 15 Bücher in der Woche zu lesen. Die Selbstständigkeit, die du auf Biegen und Brechen durchziehen wolltest in kürzester Zeit. Aber auch gescheiterte Beziehungen können diese Angst verursachen.

Bei jedem weiteren Versuch, zum Beispiel dem, mit dem Sport zu beginnen, fängt unsere emotionale Seite an, uns zu blockieren. Sie bringt Angst-Argumente hervor wie Panik, Zittern oder extreme Unlust, etwas anzugehen, um zu verhindern, dass wir diese Erlebnisse erneut durchmachen. Es ist ein Schutzmechanismus unserer Psyche, um uns vor dem Schmerz zu bewahren. Oft hört man in diesem Zusammenhang auch die Worte: Überarbeitet, Burnout oder Abfuck.

Unsere emotionale Seite hat das Vertrauen in das Rationale verloren. Mehr dazu erkläre ich dir im Kapitel „Die Mitte treffen – Vernunft und Emotion“.

Einen realistischen und nachhaltigen Ansatz verfolgen

Die beste Lösung für dieses Problem ist, dieses erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Setze dir deine Ziele realistisch und erkenne, dass du alles erreichen kannst, wenn du nur konsequent jeden Tag einen Schritt gehst, der dich in die richtige Richtung bringt. Erkenne deine Grenzen und versuch nicht mit aller Gewalt, mit dem Kopf durch die Wand zu brechen. Benutz lieber das richtige Werkzeug, um dein Ziel zu erreichen. Und lerne, dich in Geduld zu üben.

Wenn du besser bist, kannst du anfangen, weiter zu gehen. Aufgaben werden mit der Zeit leichter und die Gefahr, dass du dich überforderst, wird geringer. Aufgaben, die vorher eine Herausforderung waren, sind heute zu deinem Alltag geworden.

Fange an, wieder Spaß an den Tätigkeiten zu haben. Sieh deine Fortschritte und sei stolz auf das, was du bereits erreicht hast.

Solltest du dich bereits komplett überarbeitet haben, musst du anfangen, das Grundvertrauen deiner emotionalen Seite wieder zu erlangen.

Hier musst du sehr darauf achten, dass du wirklich kleine Schritte gehst, dich nicht überforderst und du nicht wieder aus falschem Ehrgeiz deine Grenzen überschreitest. Lass dir einfach sehr viel Zeit und hab Geduld mit dir selbst.

DIE ANGST VOR SCHADEN

Körperlicher Schaden

Dies ist die natürlichste Angst und es ist die Furcht davor, einen körperlichen Schaden davonzutragen. Diese Angst ist wichtig und ein großer Teil unseres Selbsterhaltungstriebes, denn die größte Aufgabe unseres Unterbewusstseins ist es, uns am Leben zu halten.

Viele dieser Ängste sind sinnvoll und bewahren uns vor schweren Verletzungen oder auch dem Tod. Darum empfinden wir zum Beispiel Höhenangst als etwas Natürliches.

Es gibt auch eine eingebildete Angst vor körperlichem Schaden, welche sich in Zwängen oder Angstattacken äußern. Die Angst, einen dunklen Gang zu durchschreiten, weil ein Monster dort lauern könnte; die Angst, dass uns ein Krimineller überfallen will, ein Stalker unser Privatleben zerstört oder unsere Kinder entführt werden könnten.

Unser Kopf spielt diese Horrorszenarien sehr übertrieben durch und hindert uns so daran, ins Handeln zu kommen. Achte immer darauf, ob du dir die Angst einbildest oder ob es eine reale, gefährliche Situation ist.

Finanzieller Schaden

Eine andere Version dieser Angst ist es, finanziellen Schaden zu erleiden. Diese kann aufkommen, wann immer du Geld in irgendetwas investierst. Seien es Ideen für Unternehmen, Weiterbildungen oder technische Hilfsmittel für ein Projekt. Oder wie bei mir… sogar bei jeder Ausgabe.

Fragen wie: „Lohnt es sich überhaupt?“ „Was, wenn ich mein Geld nicht mehr zurückbekomme?“ „Werfe ich das Geld unnötig raus?“ entlarven diese Angst.

Hier solltest du abwägen, ob deine Investition Sinn macht und auch überlegen, wie hoch das Risiko wirklich ist. Wenn du zum Beispiel Geld in eine Weiterbildung (also in dich selbst) investierst, wird es sich sehr oft lohnen.

Wenn es aber etwas sehr Waghalsiges ist, womit du dich stark verschuldest, um die Chance eines Gewinnes zu haben (Experten nennen dies Spekulation), solltest du diese Idee sehr gründlich überlegen und analysieren.

Wenn du jedoch nur ein paar tausend Euro in Maschinen oder Weiterbildungen investierst, bedeutet das für dich noch lange keinen finanziellen Ruin.

Hinterfrage deine Angst

Wann immer eine dieser Ängste oder Zweifel auf dich zukommen, fängt deine Psyche an, mit dir zu diskutieren. Sie möchte es dir ausreden, damit sie ihre Energie sparen und dich schön in deiner sicheren Komfortzone behalten kann.

Die Lösung hierbei ist es, die Argumente, die unser Kopf bringt, Stück für Stück auseinanderzunehmen. Gehe die negative Teile durch und überlege dir, ob das WIRKLICH realistisch ist?

Werden denn täglich Millionäre entführt, nur weil sie die ersten 30 Videos auf YouTube hochgeladen haben? Werden Menschen mit 30 Videos überhaupt berühmt auf YouTube und dadurch Millionäre? Gibt es keine Gesetze in Deutschland, die dich schützen? Ach ja.. sowas wie Polizei haben wir auch noch zur Sicherheit.

Zerstöre diese unrealistischen Argumente in deinem Kopf. Wenn deine Psyche anfängt, immer wieder den gleichen Schrott runterzuleiern, obwohl du es für dich schon widerlegt hast, unterbrich sie mit einer für dich passenden Affirmation, wie zum Beispiel: „Ich verfolge meine Ziele selbstsicher und ohne Zweifel, dass ich sie erreiche.“

ANGST VOR ENTSCHEIDUNGEN

Die letzte Art der Angst ist die vor Entscheidungen.

Wir haben Angst davor, falsche Entscheidungen zu treffen und wollen uns nicht den möglichen Konsequenzen stellen. Egal, ob wir uns davor drücken und die Aufgabe immer weiter in die Zukunft schieben oder ob wir bereits gefallene Entscheidungen wieder verwerfen und uns doch für die alternative Option entscheiden.

Diese Angst beruht im Kern oft auf einer der anderen Ängste. Angst davor, etwas falsch zu machen, abgelehnt zu werden, etwas zu verpassen oder uns gar für das komplett Falsche entschieden zu haben.

Auch, wenn wir uns manchmal den Drang hingeben wollen, uns einfach für das Nichtstun zu entscheiden, wird uns früher oder später jemand anderes die Entscheidung abnehmen. Dein Leben wird von anderen geführt und du fühlst dich erleichtert. Doch zu welchem Preis? Mit jeder nicht getroffenen Entscheidung fängst du an, Stück für Stück die Kontrolle über dein Leben abzugeben.

Natürlich wirkt sich nicht jede kleine Entscheidung auf dein Leben aus, aber dennoch lässt sich deine Entscheidungskraft auch an Kleinigkeiten trainieren. Manche Menschen brauchen alleine im Restaurant schon 15 Minuten, um im Endeffekt wieder die Spaghetti Bolognese zu bestellen (wie jedes Mal).

Andere Entscheidungen haben hingegen einen extremen Einfluss auf das Leben, das du führst. Welche Ziele willst du erreichen? Wofür möchtest du bekannt sein? Mit welchem Partner willst du dein Leben verbringen? Wie lässt du mit dir umgehen? Was bist du nicht mehr bereit zu tolerieren? Über welches Thema möchtest du einen YouTube Channel starten?

Verstehe, dass du mit allem fertig werden kannst. Mit jeder Entscheidung, die du triffst, entscheidest du dich für etwas und gegen die Alternativen. Wer nichts tut und sich nicht seinen Herausforderungen stellt, wird nicht wachsen und immer unterentwickelt bleiben.

Aber was ist das Richtige?

Wenn du dir nicht sicher bist und es keine Entweder-oder-Entscheidung ist, wirst du früher oder später alles ausprobieren müssen, wie bereits im Kapitel „Die Suche nach der Berufung“ erwähnt. Denn wenn du es nicht zumindest ausprobierst, wird dich früher oder später das Gefühl der Reue heimsuchen und der typische „Was wäre, wenn…“-Gedanke wird dich plagen.