Jetzt, wo du viele der Ursachen kennst und auch dich und deine Psyche besser verstehst, kannst du effektiv anfangen, an dir und deinen Zielen zu arbeiten.

Du musst nicht gleich alle Themen umsetzen. Dies ist eine Sammlung, um dir den Start so leicht wie möglich zu machen. Manche Methoden funktionieren für dich besser als andere. Probier sie aus!

Schnapp dir am besten mehrere Zettel und einen Stift (oder noch besser, ein großes Whiteboard), eine Tasse Kaffee und reichlich Zeit, um die Methoden immer wieder für dich durchzugehen. Dies ist ein längerer Vorgang, der sich bestimmt im Laufe der Zeit noch öfter anpassen wird.

EINE VISION VON DIR SELBST

Der Normalzustand von uns ist das statische Selbstbild. Wir sehen das, was wir bereits sind und identifizieren uns damit.

Ich war gelernter Technischer Zeichner und habe diese Arbeit auch in verschiedenen Fachbereichen über viele Jahre ausgeführt. Wenn man mich fragte, wer ich bin, hieß es wie aus der Pistole geschossen: „Stefan Lermer, von Beruf Technischer Zeichner“. Vielleicht kommt dir das bekannt vor. Wir sehen unseren Job als einen Teil unserer Persönlichkeit.

Im Laufe meines Lebens übte ich mich in verschiedenen Bereichen, wie dem Führen eines eigenen Onlineshops, als Hersteller von Bausätzen, aber auch als Designer von T-Shirts. In jedem dieser Nebenjobs war es für mich notwendig, neues Wissen und Fähigkeiten anzueignen. Ich lernte, zu verkaufen, Projekte selbstständig zu führen und zu leiten und setzte mich mit neuen Programmen auseinander, die ich vorher nicht beherrschte.

Hier spricht man auch vom dynamischen Selbstbild. Das bedeutet, man überlegt sich, wer man werden möchte und was man dafür machen muss, um diese Person zu werden.

Mit der Vision von dir selbst nimmst du genau diese Arbeitsmethode auf, um dich weiterzuentwickeln. Stelle dir nun (am besten schriftlich) diese Fragen und notiere dir alles, was dir dazu in den Sinn kommt. Lass dich hierbei bitte nicht von irgendwelchen alten Glaubenssätzen bremsen.

Gehe nun geistig fünf bzw. zehn Jahre in die Zukunft und stelle dir diese Fragen:

  • Womit verdienst dein Geld?
  • Wofür willst du bekannt sein?
  • An was sollen die Menschen denken, wenn sie deinen Namen hören?
  • Wie soll dein Leben aussehen?
  • Wo willst du leben?
  • Mit wem willst du leben?
  • Wie willst du wahrgenommen werden?
  • Als was willst du wahrgenommen werden?

Wenn du dir ein grobes Bild gemacht hast, wer du werden willst, kannst du weitergehen mit den folgenden Fragen:

  • Was muss ich lernen, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen?
  • Welche Fähigkeiten muss ich mir aneignen?
  • Wo oder von wem kann ich das lernen?
  • Wen muss ich kennenlernen, der mir als Vorbild dienen kann?
  • Wen kann ich fragen, der damit schon Erfahrung hat und mir helfen kann?
  • Welche Programme oder technische Hilfsmittel benötige ich dafür?
  • Welche konkreten ersten Schritte kann ich jetzt gleich umsetzen?

Wenn dir bewusst wird, wie dein Leben aussehen soll, kannst du auch viel leichter in die Planung übergehen und anfangen, deine Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

SMARTE ZIELE

Ziele haben die gleiche Wirkung auf dich wie die Visionstechnik. Sie geben dir eine klare Wachstumsrichtung vor. Du kannst sie dir auch wie einen Kompass vorstellen. Mit den richtigen Zielen kannst du viel effektiver und fokussierter an dir arbeiten, anstatt nur als Tagträumer bei deiner Vision zu bleiben.

Wenn du die Visionstechnik durchgearbeitet hast, kannst du anfangen, dir ein bis zwei Ziele auszuarbeiten. Übertreibe es bitte nicht gleich, indem du dir für jeden deiner Lebensbereiche alles Mögliche vornimmst. Weniger ist definitiv mehr, konzentriere dich dabei auf das Wichtigste, das du erreichen willst.

Jeder der Buchstaben bei „SMARTE“ Ziele hat eine Bedeutung:

S – spezifisch

Dein Ziel muss so spezifisch wie möglich sein. Definiere, was du genau erreichen willst und wie du definieren kannst, wann du es erreicht hast. Notiere dir hier auch, mit welcher Gegenleistung du dein Ziel erreichen willst.

M – messbar

Dein Ziel muss messbar sein. Es muss dir jederzeit zeigen, ob du noch auf Kurs bist oder ob du dringend nachjustieren musst. Sei es dein Gewicht oder auch dein monatlicher Umsatz. Es gibt viele Möglichkeiten.

A – aktiv

Dein Ziel muss aktiv erreichbar sein. Das bedeutet, dass du selbst Handlungen festlegen musst, um es zu erfüllen und nicht von zufälligen Umständen abhängig sein sollst. Im Thema Aktionen als Gewohnheiten  geht’s dann hier weiter.

R – realistisch

Dein Ziel muss realistisch erreichbar sein. Aber wann genau ist dein Ziel realistisch? Ganz einfach. Gibt es Menschen, die bereits ähnliche Erfolge hatten? Gibt es Naturgesetze oder echte Gesetze, die dich daran hindern?

Aber noch ein wichtiger Ratschlag von mir: Zu groß gesetzte Ziele können dich frustrieren und überfordern und dich damit zum Abbruch deines Projektes bringen. Zu niedrig gesetzte Ziele verhindern das Ausarbeiten effektiver Methoden, um mehr zu erreichen.

Als kleines Beispiel: Wenn du dir überlegst, wie du monatlich 300 Euro neben dem Job verdienen kannst, wirst du dir andere Möglichkeiten überlegen, als wenn das Ziel ist, monatlich 3.000 Euro neben dem Job zu verdienen.

T – terminiert

Dein Ziel muss ein festes Datum haben, an dem du es erreicht haben willst. Beachte hierbei auch deine Möglichkeiten und setze den Zeitrahmen für dich realistisch.

E – emotional

Dieser Buchstabe ist meine eigene Kreation und du wirst ihn nicht in den typischen Lernunterlagen finden.

Dein Ziel muss dich emotional triggern.

Es muss dich richtig geil machen, dein Ziel erreichen zu wollen.

Es reicht nicht, dass du dein Ziel mit bloßer Vernunft angehst. Deine Bedürfnisse würden auf der Strecke bleiben und du könntest dich nach einer bestimmten Zeit nicht mehr motivieren, wirklich durchzuhalten.

Ein schlechtes Beispiel für ein Ziel wäre:

„Ich möchte neben dem Job Geld verdienen.“

Ein SMARTEs Ziel wäre:

„Ich werde mit eigenen Produkten und Dienstleistungen monatlich 3.000 Euro bis Ende 2020 verdienen, um endlich meinen gehassten Job kündigen zu können.“

Oder auch:

„Ich werde mit einem Kaloriendefizit und täglichem Sport solange durchhalten, bis ich ein Sixpack erreiche, um endlich den Traumkörper zu haben, den ich schon immer wollte.“

Du siehst: Jede Komponente ist in diesem klar definierten Ziel enthalten. Beim zweiten Ziel ist das zeitliche Limit auf „bis ich es erreicht habe“ gesetzt.

Jetzt ist es an dir, dein Ziel zu setzen!

AKTIONEN ALS GEWOHNHEITEN

So, nachdem du dir nun im Klaren darüber bist, welche Vision du verfolgst und welches Ziel du dir gesetzt hast, heißt es, ins Handeln zu kommen.

Aber wie am besten anfangen? Irgendwo? Irgendwas?

Am besten, ich zeige es dir anhand eines praktischen Beispiels.

Sagen wir, du möchtest abnehmen und deinen Körper wieder richtig fit machen. Ich selbst habe dieses mir selbst auferlegte Ziel endlich erreicht.

Dafür solltest du dir erst überlegen:

Wie du dein Ziel am besten und mit Spaß erreichen kannst. Ja richtig. Am besten mit Spaß, denn das wird es für dich umso leichter machen, dein Ziel auch dauerhaft zu erreichen, denn es bringt nichts, deinen inneren Wolf Tag für Tag zu prügeln, nur damit du weiterkommst.

Mein Weg: Ernährung umstellen und leichten Sport machen.

Beim Thema Abnehmen und fit werden sind dann bei mir folgende konkreten Gewohnheiten entstanden:

  • Ein leichtes Kaloriendefizit mit dem Essen, das mir schmeckt

(ca. 200-400kcal am Tag)

  • Genügend Protein, um keine Muskelmasse zu verlieren
    (ca. 1,5 – 2 Gramm pro Kilo Körpergewicht)
  • 30 Minuten Sport am Tag
    (Laufen oder Körpergewichtsübungen / ich wollte nicht ins Fitnessstudio gehen, sondern von zuhause aus trainieren, um Zeit zu sparen)

Wie du nun unschwer erkennst, sind es Aufgaben, die man jeden Tag durchführen kann und die einen nicht überfordern. Und das ist der große (und oft nicht genutzte) Schlüssel zum Erfolg. DRANBLEIBEN! Viele denken, dass man ein Ziel einfach erreichen muss und danach wieder alles schleifen lassen kann. Aber vor allem beim Sport gibt es kein: „Ich bin fertig.“

Wenn du aufhörst, werden deine Resultate nach einiger Zeit wieder schlechter werden. Das Gleiche betrifft auch Instagram, YouTube oder alle anderen Bereiche.

Vielleicht fliegt dir jetzt Folgendes durch den Kopf:

„Ja, aber was, wenn ich es nicht schaffe?“

„Wenn ich mich nicht dranhalten kann?“

„Darf ich keine Ausnahme machen?“

Absolut kein Problem. Auch ich habe an vielen Tage versäumt, mich an meinen Plan zu halten. Wenn du dich öfter dranhältst, als es zu brechen, ist dein Erfolg garantiert. Der Preis, den du dafür lediglich zahlst, ist, dass die Sache länger dauert wird. Aber am Ziel wirst du definitiv ankommen.

Die Frage ist nur, ob du drei oder sechs Monate dafür brauchen wirst. Oder – wie ich – sogar ein ganzes Jahr, um endlich den Körper zu haben, den du willst.

Ich hielt mir einfach vor Augen, wie ich meiner Vision jeden Tag näher kam.

EIN EIGENES PROJEKT STARTEN

Nachdem du dir jetzt über deine Vision, deinem Ziel und deine dafür benötigten Handlungen im Klaren bist, kannst du ein eigenes Projekt starten.

Vielleicht ist dir ja sogar schon der eine oder andere Gedanke hierzu im Laufe der letzten Kapitel entstanden oder du trägst dieses Verlangen schon einige Jahre in deinem Kopf herum. Dass du auch ein eigenes Produkt erstellen möchtest, einen YouTube-Channel starten oder etwas für die Allgemeinheit von Wert schaffen möchtest.

Aber auch Sachen wie die Wohnung auf Vordermann bringen oder den kompletten Keller ausmisten, sind groß angelegte Projekte, die du umsetzen kannst.

Mach dir hierzu einen genauen Platz, wie du dein Projekt umsetzen möchtest und setz dich aktiv damit auseinander, damit du es Wirklichkeit werden lassen kannst.

Nimm dir hierzu auch wieder ein paar Blätter und Stifte zu Hand (ein Whiteboard wäre natürlich umso besser) und notiere dir für dein Projekt:

  • Das SMARTE Ziel
  • Welche Ressourcen (Geld, Programme etc.) du benötigst
  • Welche Personen oder Dienstleistungen du dafür benötigst
  • und jeden der Arbeitsschritte

Ja und ich meine wirklich jeden der benötigten Arbeitsschritte. Dies trägt dazu bei, dass dein Kopf extrem entlastet wird und du nicht Gefahr läufst, keinen Bock mehr zu haben.

Es gibt für ein Projekt nichts Tödlicheres als einfach nur „Keller aufräumen“ aufzuschreiben. Dies ist nicht nur eine Aufgabe, sondern kann runtergebrochen werden in „Regale ausräumen“, „Kisten vorbereiten für Verkauf, Verschenken, Müll und Behalten“, „erstes Regal aussortieren“, „zweites Regal aussortieren“, „Inhalt der Umzugskartons prüfen“,„Kiste Müll zum Wertstoffhof bringen“ etc.

Du siehst, alleine einen Keller aufzuräumen ist ein komplexes Projekt.

Wenn du dein erstes Projekt geschafft hast, gibt es dir auch die Sicherheit und Motivation, neue und größere Projekte durchzuziehen.